(SL) österreichischer Schlager- und Operettensänger, Schauspieler, Entertainer, Texter, Komponist
Ausbildung zum Schauspieler 1946 - 1948 am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, spielte am Wiener Burgtheater (1948), am Kolosseum und Kabarett im Stadttheater (1952), am Theater in der Josefstadt (1957>, seit 1952 in über 40 Filmen. Zahlreiche Konzerttourneen und Femsehauftritte; er-hielt zahlreiche Auszeichnungen (u.a. 10 Bambis, 4 Goldene Kameras, 9 Goldene Löwen, 3 Goldene Europas, Midem Preis, Goldenes Mikrophon, Goldener Bär, Hans Moser Preis, 3 Bravo Ottos, Österreichisches Ehrenkreuz, 5 Goldene Bildschirme, 2 Silberne Bildschirme, Hermann-Löns-Medaille, Deutscher Schallplattenpreis). Besonders erfolgreich war die ,,Peter Alex-ander Show'1, die in den 70er und 80er Jahren die Stars des Showgeschäfts präsentierte.
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Die frühen Schallplattenaufnahmen Peter Alexanders aus den Jahren 1951-1954 führen unmittelbar in eine Periode zurück als die Unterhaltungsindustrie noch eher zaghaft ihre Fühler in eine vermeintlich neue Zeit ausstreckte, um dann im Sog des Wiederaufbaus nur wenige Jahre später explosionsartig zu expandieren. Was au<. ihm geworden ist, ist hinlänglich bekannt Wie es dazu kam, dass einer, der Arzt werden sollte, Schauspieler werden wollte und sich schliesslich als Sänger und Entertainer ein Millionenenpublikum eroberte und auf Dauer an sich band, dem soll an dieser Stelle ein wenig nachgegangen werden.
Peter Alexander Neumayer kommt am 30.Juni 1926 im Hospital Rudolfinerhaus in Wien zur Welt. Er wächst wohlbehütet in der Sechsschimrnelgasse 4 IX. Bezirk Wiens, einem wohlhabenden Viertel auf und verging dort seine gesamte Kindheit Sein Vater, ein Bankbeamter, war für Peter eine gefürchtete Respektsperson. Aber bei allem Respekt wird aus dem Kleinen schon bald ein rechter Lauser, frech wie nichts Gutes. Peter, ein Einzelkind, geniesst die regelmässige Gesellschaft Erwachsener im elterlichen Hause. Verwandtschaft und Freundeskreis der Neumayers werden zum ersten Publikum des Steppke, der, sobald sich Besuch im Hause einstellt, abso-luten Produktionszwang verspürt und schon im zarten Vorschulalter mit der einen oder anderen Gesangseinlage beeindruckt. Mitverantwortlich für Peters frühe Hinwendung zur Musik ist der Grossvater mütterlicherseits, die seinerzeit in Pilsen eine Musikalienhandlung betreibt und auch Schallplatten im Sortiment führt, Anfang der 3Oer Jahre in der Tat etwas Sensationelles. So ungewöhnlich jedenfalls, dass Grossvater jeden Abend vor Ladenschluss eine Plattenvorführung mit von ihm ausgesuchten Stücken gibt, zu der sich allabendlich eine grosse Zu-hörerschaft einfindet. Auch Klein-Peter wird eines Tages von dem Klangerlebnis verzaubert. In späteren Jahren lässt der Grossvater Peter bei Besuchen die Platten für die Feierabendvorstellung zusammenstellen. So wird Peter schon im kindlichen Alter zum Schallplattenliebhaher, wobei ihn Gassenhauer ebenso begeistern wie Wagner-Arien. Zudem schöpft und erweitert er mittels der Platten sein persönliches Repertoire bei Besuchen in Pilsen für seine ,gefürchteten' Vorstellungen zuhause. Auch die Einschulung und der Wechsel aufs humanistische Gymnasium können den stets zu Scherzen und jeder Art von Schabernack aufgelegten Peter nicht recht bändigen. Nur eine Sache gibt es, die ihm heilig ist - Schallplatten: ,,Es dauerte gar nicht lange, und ich kannte jeden, Sänger, jeden Schlager und jede Arie, soweit sie auf Schallplatten festgehalten waren. Vor allem Jack Smith dem ,Flüsterbariton’ und Richard Tauber galt meine ganze kindliche Verehrung." So gibt es wenigstens in Singen regelmässig eine Eins.
Munter geht es weiter in die Flegeljahre. Im Sommer locken die Schwimmbäder. Das spartanisch bemessene Taschengeld bessert sich Peter als Kegeljunge auf. Im Winter zieht es ihn ins Kino und Theater. Geht es um Ein-trittsgeld für die Oper, findet sich in der Verwandtschaft in der Regel rasch ein Sponsor, Kulturinteresse will belohnt sein. Fürs Kino schippt er Schnee. ,,Wien, ich muss dich lassen", heisst es mit 15, als ein unfreiwilliger Schulwechsel ihn in einem deutschsprachigen Gymnasium an die 100 km nördlich von Wien im Sudetenland landen lässt Znaim heisst der Ort des Exils, wo die Kriegsauswirkungen bis in die Schule mehr durchschlagen, als dies in Wien der Fall gewesen ist. Es herrscht militärischer Drill, der jedoch im weiteren Kriegsverlauf durch immer häufigere Abberufungen des Lehrpersonals und der älteren Schüler zum Fronteinsatz gemildert wird. 1943 wird Peter Neumayer Flakhelfer. Er kehrt noch einmal nach Znaim zurück. Darauf wird er zum Reichsar-beitsdienst geschickt und kommt nach Breslau. Es herrscht fortwährend absolute Ausgangssperre. Einzige Abwechslung bieten seibstorganisierte Bunte Abende, Peter Neumayer singt, spielt Klavier, reisst Witze und im-provisiert Mini-Sketche. Sein Engagement auf jedem Bunten Abend zieht sich durch seine Kriegszeit und verstärkt sich noch während seiner Zeit in englischer Kriegsgefangenschaft in mehreren Lagern im norddeutschen Raum. Sein erstes richtiggehendes Engagement als Musiker erhält Peter Neumayer zu Silvester 1945 im engli-schen Offiziersclub in Wilhelmshaven. Sein erster ernsthafter Auftritt als Schauspieler folgt 1946 im Gefangenenlager Jever.
Gustav Barthelmus, Generalintendant des Klagenfurter Schauspielhauses und Mitgefangener, inszeniert zuerst den ,Jedermann' und darauf das ,Dreimäderlhaus'. Peter Neumayer wirkt in beiden Aufführungen mit. In jenen Tagen reifte in ihm die Erkenntnis, dass mit dem Berufswunsch des Vaters, Arzt zu werden, nichts werden würde. Peter Neumayer hatte sich für die Schauspielerei entschieden. Seine Mutter unterstützt seine Pläne vorbehaltlos und lässt sich 1947 nach dem Tod des Mannes ihre Witwenrente auszahlen, um ihrem Sohn die Berufsausbildung zu ermöglichen. Im Herbst 1946 besteht Peter Neumayer die Aufnahmeprüfung am Wiener Rein-hardt-Seminar. Mit in seinem Jahrgang: Gerhard Riedmann, Doris Kirchner, Annemarie Düringer und Waltet Reyer, der Peter zu seinem Künstlernamen Peter Alexander verhilft. Sein Abschlussexamen macht er 1948 und erhält ein erstes Engagement am Bürgertheater in Wien, einer Operettenbühne. Als Neuling war er erst einmal als Zweitbesetzung eingeplant, und es folgte eine Zeit quälenden Wartens für den tatendürstigen Jungschauspie-1er. Die umgerechnet 35 DM Monatsgage waren auch nicht angetan, ihn unbedingt euphorisch zu stimmen. Ei nutzte die Zeit am Theater zur Beobachtung der Stars am Bürgertheater. Johannes Heesters war des öfteren am Bürgertheater. Wie er auf der Schule Lehrer parodiert hatte, begann er Stars zu parodieren. Ideales Experimentierforum dafür war die ,Marietta-Bar' des Kabarettisten Gerhard Bronner in einer Seitengasse des Wiener <Grabens', ein bekannter Künstlertreff mit Kleinkunstbühne, auf der er seine ersten Parodien von Johannes Heesters, Hans Moser und Zarah Leander zum besten gab. Sein Engagement am Bürgertheater währte drei Jahre, bis das Theater 1951 Pleite und ihn arbeitslos machte. So bot sich ein Angebot, Schallplattenaufnahmen für die Aus-trophon zu machen, einige Wochen nach dem abrupten Ende des Theaterengagements als willkommene Über-hrückungshilfe an. Viel Geld war damit nicht zu verdienen, dafür sorgten schon die Verträge, aber Peter Alexan-der benötigte jeden Schilling. - Am 27. September 1951 machte er seine ersten Schallplattenaufnahmen im Aus-trophon Studio in Wien, einer der Brutstätten der Nachkriegsschlager-Produktion. Das machen nur die Beine von Dolores und Bye-Bye, mein Hawaii.
Im Sog der Plattenaufnahmen folgte Arbeit beim von den Amerikanern installierten Sender Rot-Weiss-Rot wiederum keine lukrativen Engagements, aber sie sicherten ihm in jenen Wochen und Monaten das Überleben. Trotz regelmässiger Schallplatten- und Funkaufnahmen bedeutete das Singen für ihn nach wie vor nicht mehr allein Zwischenspiel zu einem neuen Theaterengagement.
Für Produzent und Inhaber der Austrophon, Gerhard Mendelson, sind es die Monate der entscheidenden Wei-chenstellungen, die im Frühjahr 1953 in einem Vertrag mit der Polydor und der Gründung der Produktionsstätte Süd der Polydor unter Mendelsons Leitung münden werden. Gerhard Mendelson hat als Erster kurz nach Kriegs-ende die Schallplattenproduktion wiederaufgenommen. Durch seine mannigfaltigen Verbindungen gelang e' ihm innerhalb weniger Monate, die für die Plattenproduktion nötige Infrastruktur bis hin zur Pressgenehmigung zu organisieren.
Ein Kern von Studiomusikern hat sich herausgebildet; der spätere musikalische Spiritus Rex, Erwin Halletz, ist von der ersten Aufnahme an dabei, aber die schlagkräftigen Autorenteams Hallet4I~radtke und Scharfenber-ger/Busch haben noch nicht zusammengefunden. So muss Mendelson auch für Peter Alexander, dessen Potential er schnell erkennt, in der Anfangszeit mühselig bei verschiedensten Verlagen nach geeignetem Material Aus-schau halten, oder er produziert mit ihm Cover-Versionen von in Deutschland bereits bekannten Schlagern.
Auch für Peter Alexander ist 1952 das Jahr der entscheidenden Weichenstellungen. Im Frühjahr lernt er Hilde Hagen kennen und lieben. Die beiden heiraten im Herbst des gleichen Jahres. Hilde Alexander gibt ihre eigene Karriere auf und kümmert sich fortan ausschliesslich um die privaten und beruflichen Angelegenheiten ihres Mannes, dem der Sinn für das Geschäftliche abgeht Verbesserte Konditionen bei der Plattenfirma sind das erste Ergebnis ihrer Bemühungen, aber zu hexen vermag auch sie nicht Das junge Ehepaar muss noch geraume Zeit
kleine Brötchen backen: ,,Jeden Abend, bevor ich unsere Wohnung verliess, pachte mir meine Frau ein paar belegte Brote und eine Thermosflasche mit Tee oder Kaffee ein, denn meine Gage reichte nicht aus, um mir einen Imbiss in der Theaterkantine zu leisten. So zockelte ich also los - mit Aktentasche und Proviant: ein richtiger Showbusiness-Beamter."
Es folgen Tingel-Tangel-Reisen durch die österreichische Provinz, Gesangsaufnahmen für eine Reihe von Mu-sikfilmen. Doch im Herbst 1953 erfolgt ein entscheidender Einschnitt in der Karriere Peter Alexanders. Im Deutschen Theater in München gewinnt er mit dem Titel La Bella Musica einen Schlagerwettbewerb gegen damalige Publikumslieblinge wie Vico Torriani und die kleine Conny Froboess. Waren Peter Alexanders frühe Cover-Versionen in Deutschland nicht mehr als Achtungserfolge, so stiegen die Verkaufszahlen seiner Platten nach La Bella Musica ständig, wobei Peter Alexander mit den Kurt Feltz Produktionen Nicolo,Nicolo,Nicolino und Es war in Napoli... ausgesprochene Hits gelangen. Den grössten Erfolg während seiner Zeit bei der Austrophon jedoch konnte Peter Alexander zu zweit feiern: Die süssesten Früchte hiess der Schlager, Peter Alexanders Ge-sangspartnerin war die Peter Kleuder Entdeckung Leila Negra, seinerzeit hierzulande sehr populär. Das Lied selbst hatte schon einen längeren erfolgreichen Weg hinter sich. Die Original-Aufnahme Papaveri machte Anfang 50 erst in Italien Furore und wurde in den Jahren darauf in weiten Teilen des Globus ein Riesenerfolg. Kurt Feltz schrieb den deutschen Text Ein ganzes Rudel von Schlagersängern wurde auf die süssesten Früchte losgelassen und bescherte mehreren Interpreten Achtungserfolge, so Peter Rene Körner für die Polydor. Auch Peter Alexander nahm den Schlager schon im Herbst 1952 solo auf. Findige Menschen aus der Branche sahen das Potential des Liedes noch nicht ausgeschöpft und bastelten 1953 um Die süssesten Früchte einen gleichna-migen Film. Den Titelschlager sang auch im Film Peter Alexander, diesmal mit Leila Negra und sie bescherten der Austrophon einen der ganz grossen Verkaufserfolge der Jahre 1953/54.
Dennoch erkennt Hilde Alexander die vordringliche Bedeutung des bundesdeutschen Marktes und beginnt die Fäden zu spinnen, die Peter Alexander von seinem Entdecker Gerhard Mendelson lösen werden hin zu Kurt Feltz und zur deutschen Polydor. Neben dem grösseren Plattenmarkt waren Feltz bessere Drähte zum lukrativen Filmgeschäft ein weiterer wichtiger Grund für die schrittweise Annäherung an die deutsche Polydor. Einem grossen deutschen Publikum stellte sich Peter Alexander Anfang 1954 anlässlich einer grossen Deutschlandtournee mit Austrophon-Künstlern. Ernie Bieler, Evelyn Künneke, Leila Negra, Erwin Halletz waren neben Peter Alexander mit von der Partie. Die Tournee füllte die grossen Hallen quer durch die Bundesrepublik. Fünf Rundfunksender übertrugen die Show, zu deren Höhepunkten Abend für Abend die Auftritte Peter Alexanders zählten. Noch im gleichen Jahr erhielt er sein erstes Filmengagement als Schauspieler: Verliebte Leute, eine österreichische Produktion in der Regie von Franz Antel. Die leichte Sommerkomödie um drei junge Männer, die mit einem alten DKW und geliehenem Wohnwagen eine Urlaubsreise quer durch Österreich machen und dabei ihre Herzensdamen finden, war so recht nach dem Geschmack des Publikums und wurde auch in der Bun-desrepublik ein grosser Erfolg. Die Besetzungsliste nennt Peter Alexander an dritter Stelle nach Peter Pasetti und Rudolf Platte und vor Doris Kirchner, Hannelore Bollmann und Hans Moser. Verliebte Leute wird so zu einer wichtigen Etappe in der jungen Karriere Peter Alexanders und trägt viel zu seiner wachsenden Popularität hier-zulande bei. Ein Vertrag mit dem Konzertagenten Heinz Hoffmeister rundet Peter Alexanders bisher erfolgreichstes Jahr, 1954, ab.
Die männliche Hauptrolle neben Caterina Valente in dem Sensationserfolg Liebe, Tanz und 1000 Schlager brachte im Jahre 1955 die karrierelawine Peter Alexanders endgültig ins Rollen.
Für die Austrophon nahm Peter Alexander zwischen September 1951 und Oktober 1954 über 80 Lieder auf. Die Mehrzahl der Titel wurde unter Gerhard Mendelsons Obhut in den Austrophon-Studios in Wien erstellt. Ab 1954 häufen sich Kurt Feltz-Produktionen in Köln. Neben seinen Soloaufnahrnen stellte Gerhard Mendelson Peter Alexander des öfteren anderen Künstlern aus dem Austrophon-Stall zur Seite. Ernie Bieler, Evelyn Künneke, Gred Schörg u.a. Das erfolgreichste Projekt dieser Nebenformationen waren die ,Optimisten': Peter Alexander, Ernie Bieler und Erwin Halletz. Ihr Optimisten Boogie schlug derart ein, dass die drei in der Folge-zeit regelmässig als ,Die Optimisten Aufnahmen machten und sich auch live präsentierten, so dass von einer Nebenformation schon schnell keine Rede mehr war. Ursprünglich war der Optimisten Boogie lediglich Untertitel des Schlagers Junge, Junge, Junge von Rita Paul und Bully Buhlan gesungen, der als B-Seite veröffentlicht, kein weiteres Aufsehen erregt hatte. Gerhard Mendelson machte den Untertitel zum Titel, gab den Interpreten den Namen ,Die Optimisten' und hatte wieder mal ins Volle getroffen. Die Optimisten liefen derartig erfolg-reich, dass Mendelson entschied, die Gruppe auch nach Peter Alexanders Weggang zur Polydor weiter zu produ-zieren. Jörg Maria Berg und/oder Rudi Hofstetter nahmen Peter Alexanders Platz bei den Optimisten ein. Peter Alexander seinerseits hatte, wie sich sehr schnell herausstellen sollte, auch weiterhin allen Grund, optimistisch zu sein.
Manfred Fleckenstein im Juli 1989
mehr unter http://www.peteralexander.de/
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Auf der Butterseite
Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer, Sohn eines Bankangestellten und einer Hausfrau, hatte nach schulischen Schwierigkeiten in Wien 1944 im heute tschechischen Znaim die Matura geschafft. Danach wurde er zur Kriegsmarine eingezogen, um zu seinem Glück in britischer Gefangenschaft zu landen. Sein Leben neigte sich offenbar schon früh auf die Butterseite: Die Monate militärischer Haft nutzte er dazu, sein schon vorher notorisches Show- und Parodietalent vor den Mitgefangenen zu erproben und zu optimieren.
Fescher Lausbub mit Leidenschaft
1946 unterzog er sich dann einer professionellen Ausbildung am Wiener Max Reinhard Seminar. Danach stürzte er sich regelrecht ins Filmgeschäft. Es waren die Feel-good-Regisseure jener Zeit, Franz Antel und vor allem Géza von Cziffra, die den feschen Lausbuben mit zunehmender Leidenschaft engagierten.
Ihre Filme trugen Trost verheißende Titel wie "Liebe, Tanz und 1000 Schlager", "Die süßesten Früchte", "So ein Millionär hat?s schwer" und ähnlich. Später kamen diverse Wachau-Operetten und die Graf-Bobby-Serie mit dem kongenialen Blödler Gunther Philipp dazu. Daneben nahm er Platte um Platte auf, 120 sollen es insgesamt gewesen sein. Die Verkaufsauflage wird auf 54 Millionen geschätzt. In Summe könnte man seine Film- und Sangeskarriere unter dem Titel seines bekanntesten Schlagers stellen: "Komm mit und steck dir deine Sorgen an den Hut". Sein Publikum sah buntes Rampenlicht statt fahler Flakscheinwerfer.
Publikumsliebling
Das alles war nur sein Fundament, der Aufstieg in den Olymp der Megastars, und ein solcher war er in den Siebziger- und Achtzigerjahren, führte über das Fernsehen. Und zwar das gute alte deutsche Fernsehen mit seinen Rundfunkorchestern, seinen Balletts und seiner Hauptabendunterhaltung, für die es damals noch ein einig Vaterland gab. In seinen besten Zeiten versammelte der Wiener Charme-Export mit seiner Peter-Alexander-Show bis zu 40 Millionen Seher vor den Bildschirmen. Vor nunmehr 15 Jahren ging die Peter-Alexander-Show ins Finale.
Er war vermutlich der erste echte Voll-Entertainer deutscher Zunge. Frank Sinatra, Sammy Davis und Dean Martin mögen seine Vorbilder gewesen sein. Doch während das "Rattenpack" (Eigendefinition) Fässer von Whisky leerte und zahllose Groupies ins Bett zerrte, nippte Peter Alexander bloß artig am Veltliner.
Geliebte Frau und Managerin
Vermutlich hatte das mit dem stabilisierenden Einfluss seiner geliebten Frau und später gestrengen Managerin Hilde zu tun. In den besten Zeiten vertraute er sich ihr bis an die Grenze zur Entmündigung an, Journalisten wussten, dass ohne sie absolut nichts ging, und ordneten sich ihrem bisweilen rigiden Diktat unter. Aber sie schaffte es auch, ihren Mann durch die auch damals schon turbulenten Fährnisse einer Branche zu geleiten, die schon manche Kollegen Alexanders das Leben vor dem Tod gekostet hatte. Als Hilde 2003, nach 51 Jahren Ehe, überraschend starb, muss ihm buchstäblich ein Teil seines Herzens gebrochen sein. Mit einer radikalen Konsequenz zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Nur sein allerengster Freundeskreis hatte noch Zutritt zu seiner Grinzinger Villa. Sein Haus am Wörthersee hatte er schon lange gemieden. Der Unfalltod seiner Tochter Susanne 2009 ließ ihn vollends in sich kriechen.
Alexander war ein Künstler, dem schon zu Lebzeiten viele Kränze geflochten wurden: Bambi, Goldene Kamera, Romy, Bundesverdienstkreuze, Ehrenringe etc. pp. hat er bekommen. Auf Erden hätte man ihm nicht mehr viel Gutes tun können. Nun, da er unzweifelhaft ?oben“ gelandet ist, haben sie doch hoffentlich wenigstens gesungen, wenn gerade keine Posaune zur Hand war.


































