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Schlagerwerni



 Hans Blum alias Henry Valentino  
"Eine verrückte Zeit, es gab nur die Musik und die mußte perfekt sein ..." So beschreibt Hans Blum die 50'er Jahre, die ihn als Musiker und Menschen so geprägt haben.
Während der letzten Kriegsjahre studierte der gebürtige Hannoveraner Hans-Bernd Blum Musik und wählte den Kontrabaß als Hauptinstrument. Sein damaliger Lehrer, Bassist des berühmten Leipziger Gewandhausorchesters, rettete für seinen Schüler einen Kontrabaß über den Krieg hinaus und schaffte damit für den jungen Hans einen ersten Anfang als Profimusiker.
 Vor 50 Jahren also stand Hans Blum bereits mit dem "Bernd - Rabe - Swingtett" auf der Bühne und spielte Benny-Goodmann-Titel, sowie auch mit der "Goldenen 10". 1948 gründete er zusammen mit den Geller Sisters, Paul Giese und Jo Mencke, der heute ein Tonstudio in Maschen betreibt und für die Produktionen von Truck Stop verantwortlich ist, das Geller Quintett.



   Hier einige seiner Gruppenpseudonyme :
- Hansen Quartett
- Hansen Boys & Girls
- Hans Blum Ensemble
- Hansen Sänger
- Bernd Hansen Chor
Immer mehr wurde das Allround-Talent als Arrangeur für die ganz großen Hits eingespannt. Anfang der '60 er Jahre setzte Hans Blum voll auf sein musikalisches Talent und war nur noch als Komponist und Textdichter tätig.
Es war eine weise Entscheidung, wie wir im Nachhinein feststellen können, denn bereits 1965 nahm Deutschland mit Hans Blum als Autor am Grand Prix Eurovision De La Chanson teil. Weitere Teilnahmen an diesem damals noch äußerst angesehenen Festival waren 1967, 1969 und 1986.
 Die Deutschen Schlagerfestspiele konnte er 1966, 1968 und 1970 mit folgenden bereits zu Evergreens gewordenen Titeln gewinnen : "Beiß nicht gleich in jeden Apfel" (Wencke Myhre), "Harlekin" (Siw Malmkvist) und "Das schöne Mädchen von Seite Eins" (Howard Carpendale).
Zwischen 1948 und 1950 wurden die ersten Tonaufnahmen mit dem Geller Quintett von der österreichischen Schallplattenfirma Austrophon in Deutschland vertrieben. Zahlreiche Revuefilme, u.a. mit Zarah Leander und weitere Tonträgerveröffentlichungen bei Telefunken und Decca sollten folgen.
 1951 lernte Hans Blum bei den ersten Fernseh-Versuchssendungen in Hamburg die attraktiven Schwestern Ursula und Ingetraut Maschke kennen, die zu dieser Zeit schon beachtliche Erfolge als Geschwister Olden feiern konnten und gründete mit ihnen und Jo Menke das legendäre Hansen Quartett in seiner Urbesetzung. Hans Blum war Leiter und Antriebsmotor dieser durch sauberen und einfallsreichen Gesang geprägten Formation. Er arrangierte und komponierte, er koordinierte und terminierte - er tat alles, um das nach seinem Namen benannte Quartett zu Ehren zu bringen.   Der deutsche Beitrag zum Songfestival in Karlsbad 1968 hieß "Zigeunerjunge", gesungen von der unvergessenen Alexandra, geschrieben von Hans Blum. In Rio De Janeiro war der nun vom Erfolg verwöhnte Komponist mit "Zucker im Kaffee" (Erik Sylvester) siegreich und in Caracas Venezuela vertrat er die Bundesrepublik Deutschland dreimal beim Festival "Ondo Nueva".
 Hans Blum schrieb außerdem für so unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten wie : Boney M. ("El Lute"), Hildegard Knef ("Der alte Wolf"), Graham Bonney ("Siebenmeilen- stiefel"), Lale Andersen, Iwan Rebrof, Dorthe Kollo, Peter Beil, Roy Black, Peter Kraus, Peter Orloff, Hep-Stars, Vivi Bach, Ingrid Peters, Ute Geller, Ben Cramer, Lisbeth List, Bruce Low, Camillo Felgen, Bibi Jones, France Gall, Severine, Wolfgang Sauer, Nicole, Mireille Matthieu und für viele andere mehr.
 Der Professionalität und dem Charisma war es zu verdanken, daß sich das Hansen Quartett in den 50'er Jahren zu den meist engagierten Gesangsgruppen zählen durfte. Ob Fernsehaufnahmen oder Revuefilme, ob Livekonzerte oder Schallplattenaufnahmen, das Hansen Quartett wurde pausenlos gebucht und gefeiert. Im Laufe der Jahre kam es zu Auswechselungen innerhalb der Gesangsformation. Hans und Ingetraut blieben aber immer zusammen und heirateten 1956. 1957 kam ihr erstes Baby zu Welt. Mit dem Titel "Charly Brown" war Hans Blum als Solosänger 1959 die Nr.1 der Bravo-Musikbox. Das Hansen Quartett wurde dann Anfang der 60'er Jahre in seiner langjährigen Besetzung : Ingetraut Blum, Ingeborg Langreder, Tajo Giebeler und natürlich Hans Blum aufgelöst.
 Hans und Inge Blum harmonierten also nicht nur musikalisch, sondern auch weit darüber hinaus und führen bis heute eine glückliche Ehe. Hans war weiter aktiv und erfand neue Pseudonyme, unter denen er unterschiedliche Aufnahmen für Funk-TV-und Schallplatte produzierte.    1975 war es wieder soweit, Hans Blum stieg erneut selber ins Rampenlicht, nur unter einem neuen Pseudonym, welches ihn bis heute begleiten sollte : Henry Valentino
 Die tiefe Reibeisenstimme war es, die ab sofort Songs von Henry Valentino unverwechselbar machten. "Ich hab Dein Knie geseh'n" war die erste Singleauskopplung unter seinem neuen Namen. Der größte Erfolg als Henry Valentino landete Hans Blum allerdings mit seiner Partnerin Uschi während einer "Autofahrt". "Im Wagen vor mir" wurde zu einem regelrechten Ohrwurm und plazierte sich über acht Monate! in den Top 50 der deutschen Verkaufscharts.
Mit "Lieber mal aus Liebe" (1991), "Du bist meine Frau & meine Freundin" ('92), "Du, Du brauchst soviel Liebe" ('93), "Ebbe & Flut" (Remix '94), "Fremde Zigeuner" (zusammen mit Daffy Cramer 1995) und "Weil er Dich liebt" ('96) gelingt es Henry Valentino wie kaum einem anderen deutschen Künstler, daß sein Name bis heute zu den ganz großen im Musikgeschäft zählt.
 Wer mehr über Hans Blum, alias Henry Valentino erfahren möchte, der sollte einfach aufmerksam seine Texte verfolgen ... 

(SWR4)

Wenn der Name Hans Blum fällt, zeigt sich der wahre Schlagerkenner. Denn der Insider hat dann sofort die Melodien von Henry Valentino im Ohr, die längst zu Kultschlagern geworden sind. Diese Reibeisenstimme, die mit "Im Wagen vor mir" und der Erfolgsnummer "Ich hab dein Knie gesehn’" in die Schlagergeschichte einging, ist aber nur ein Aspekt der vielschichtigen Arbeit des Hans Blum.

Start mit dem Kontrabass

Der in Hannover geborene Hans Blum hat sein Handwerk gründlich gelernt, studierte Musik, mit einem besonderen Faible für den Kontrabass. Sein Lehrer rettete ihm ein solches Instrument über die Kriegszeit hinaus und damit war der Grundstein gelegt für die Karriere des Hans Blum als Profimusiker. Und der galt schon kurz darauf als herausragender Musiker im Swing und Jazzbereich, vor rund 50 Jahren stand er mit dem "Bernd-Rabe-Swingtett" auf der Bühne und spielte Benny-Goodman-Titel.

1948 gründete Hans Blum mit dem "Geller-Quintett" seine erste Formation, mit dabei war neben den Geller Sisters auch Jo Menke, der bis heute für die Produktionen der Gruppe "Truck Stop" zuständig ist. Mit dem "Geller-Quintett" gab es zwischen 1948 und 1950 erste Plattenproduktionen, Auftritte in zahlreichen Revuefilmen folgten.

Im Jahre 1951 dann brachte Hans Blum sein legendäres "Hansen Quartett" ("Ich hab dich so lieb", "Wenn ich dich verliere"), auf die Bühne, dem außer Jo Menke und Nana Gualdi auch die Schwestern Ursula und Ingetraut Maschke angehörten. Ingetraut Maschke wurde später Frau Blum. Hans Blum arrangierte, komponierte, textete und koordinierte - das "Hansen Quartett" gehörte Mitte der 50er Jahre zu den meistgebuchten Interpreten. Und es gab kaum eine Plattenproduktion, bei der Hans Blum nicht mitgewirkt hat. 1959 dann gelang dem sympathischen Künstler ein Hit als Solist: mit "Charly Brown" erreichte er die Nummer 1 der Hitlisten und der "Bravo-Musikbox."

Hits am laufenden Band

Doch wenn man über Hans Blum spricht, dann muss man natürlich erwähnen, dass er als Produzent und Komponist unzähligen Künstlern zu einer großen Karriere verhalf. Bei den Deutschen Schlagerfestspielen mischte er immer ganz vorne mit, so beispielsweise mit "Beiß nicht gleich in jeden Apfel", und mit "Das schöne Mädchen von Seite 1", den Titeln, mit denen Wencke Myhre 1966 und Howard Carpendale dann 1970 diesen Wettbewerb gewannen.

Er schrieb Hits für Siw Malmkvist, wie "Mein bunter Harlekin" und "Primaballerina", mit letzterem war er auch beim "Grand Prix Eurovision" vertreten, zu dem er, neben Ralph Siegel, die meisten deutschen Beiträge zulieferte. Besonders erfolgreich war er dabei mit dem Lied "Über die Brücke geh'n", mit dem Ingrid Peters im internationalen Vergleich auf Rang acht landete.

Zu den Riesenhits, mit denen Hans Blum die Karriere anderer begründete, gehören "Siebenmeilenstiefel" für Graham Bonney, "Jetzt geht die Party richtig los" für die Französin Severine, "Wilde Kirschen blühen früh" für Roy Black, "El Lute" für die Gruppe Boney M. und "Der alte Wolf" für Hildegard Knef, um nur einige wenige zu nennen. Auch France Gall, Mireille Mathieu, Camillo Felgen, Nicole und Ivan Rebroff sangen Lieder von Hans Blum.

Die Krönung mit "Zucker im Kaffee"

Ein Welthit gelang ihm mit "Zucker im Kaffee" für Erik Silvester, der es damit als einziger europäischer Künstler schaffte, in südamerikanischen Hitlisten die ersten Plätze zu belegen - und das auch noch mit einer auf deutsch gesungenen Nummer. Und für die Schlagerlegende Alexandra schrieb Hans Blum mit "Zigeunerjunge" deren ersten Riesenerfolg. Zusammen mit Fred Weyrich hatte er diese einmalige Stimme entdeckt, der eine internationale Karriere vorausgesagt wurde und die allzu früh verstummte.

Heute lebt Hans Blum in der Nähe von Köln und selbstverständlich lässt ihn die Musik immer noch nicht los. Erstaunlich, welch blendende Ideen er für neue Songs hat, die Beschäftigung mit der Musik hält ihn jung. Und man freut sich immer auf die Treffen mit ihm, egal, ob man beruflich auf der Bühne oder im Studio miteinander zu tun hat, oder ob man im privaten Kreis zusammensitzt. "Jetzt geht die Party richtig los", heiß eines seiner erfolgreichsten Lieder, ein beziehungsreicher Titel, denn bei Hans Blum hat man den Eindruck, dass er noch einen unerschöpflichen Vorrat an musikalischen Überraschungen bereit hält.

Rainer Nitschke

 

 
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