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 Am 17. Juni 2007 ist einer der erfolgreichsten deut­schen Komponisten 80 Jahre alt geworden: Mar­tin Böttcher wurde 1927 in Berlin geboren. Er machte sich aber auch einen Namen als Di­rigent und Arrangeur und gehört seit 60 Jahren als Mitglied der GEMA zu den am konstantesten aufgeführten Autoren in Deutschland.

Überaus bekannt wurde Martin Böttcher durch seine Melodien für die Karl-May-Filme. Von ihm stammen die „Winnetou"-und die „Old Shatterhand"-Melodie, Filme wie „Schatz im Silbersee" erreichten in Deutschland Kultstatus. Mit der Musik ge­lang Martin Böttcher der Einstieg in die Single-Charts.

Auch 40 Jahre nach der ersten Premiere der Karl-May-Filme sind die Bött­cher-Melodien heute noch aktuell. Die Karl-May-Filme werden in vielen Freilichttheatern jeden Sommer aufs Neue aufgeführt. Martin Böttcher kommt eigentlich aus der Jazz-Ecke und hat — wie viele große Stars, so auch James Last — beim NDR begonnen. Er war bereits erfolgreicher Arrangeur, bevor er dann für viele Filme die Musik schrieb. Doch auch als Jazz-Musiker machte sich Böttcher einen Namen, einmal wurde er sogar als Gi­tarrist zur Nummer zwei im deutschen Jazz-Poll gewählt.

 Aber vor allem zahllose Fernsehserien sind ohne die Musik von Martin Böttcher und dem speziellen „Böttcher-Sound" nicht vor­stellbar. Die großen TV-Quotenrenner mit charakteristischen Melodien wie „Der Alte", „Derrick", „Stahlnetz", „Hardys Bordbuch", „Forsthaus Falkenau", „Pfarrer Braun" sind eng mit seinem Namen verbunden. Sein Einstieg in das Film-und Fernseh-Ge-schäft gelang Böttcher mit Unterstützung des Produzenten Arthur Brauners. Der verpflich­tete ihn 1955 für den Film „Der Hauptmann und sein Held". Es folgte die Musik zum Er­folgsfilm „Die Halbstarken (1957)". Nicht nur Schauspieler Horst Buchholz feierte da­mit Erfolge, auch Martin Böttcher erregte mit seinen Kompositionen mehr und mehr Auf­merksamkeit. Es folgten neben den Karl-May-Plots legendäre Streifen wie „Endstation Liebe", „Schmutziger Engel", „Das schwarze Schaf, aber auch „Pension Schöller", „Die Fälscher von London", „Max, der Taschen­dieb" und viele mehr. Dass die Filmmelodien nichts von ihrer Faszination verloren haben, beweisen aktuelle Wiederveröffentlichungen. Bei BearFamily erschien beispielsweise die Gesamtausgabe der Filmmelodien zu den Karl-May-Filmen unter dem Titel „Wilder Westen - Heißer Orient". 006 veröffentlichte Brigade Mondaine beim Label Indigo eine Sammlung seltener, bisher teils unveröffentlichter Filmmusiken von Böttcher unter dem Titel „Go Go With Uschi - 23 Swinging Tunes From German Comedy And Thriller Movies". Dabei sind Aufnahmen aus „Dr. med. Fabian - Lachen ist die beste Medizin" und „Die Ente klingelt um 1/2 8 Martin Böttcher erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehört der „Ehrenpreis für Filmmusik", der unter anderem von der Stiftung Deutsche Kinemathek, dem Deutschen Musikrat, der Deutschen Phono-Akademie und der Film­ stiftung NRW gestiftet wird. 2004 erhielt Böttcher das Bundesverdienstkreuz für sein Lebenswerk. Er kümmert sich auch heute noch aktiv um sein reichhaltiges Repertoire. Das dokumentieren nicht zuletzt die immer wieder neuen Veröffentlichungen. Der Komponist, Arrangeur und Jazzer Mar­ tin Böttcher ist einer der ganz Großen der deutschen Musik.

 
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